Die Gemeinde "Emmauskirche" ist die evang.-luth. Kirchengemeinde in den Nürnberger Stadtteilen Gartenstadt und Siedlungen Süd. "Emmaus" - mit Kirche, EmmHaus, Gemeindezentrum und persönlicher Gemeinschaft - stellt für viele eine "Heimat" dar. Andere sind auf dem Gebiet der Gemeinde zuhause und unterhalten einen lockeren oder kritischen Kontakt mit ihr. Der Name erinnert an die biblische Geschichte vom "Weg nach Emmaus" (Lukasevangelium, Kap. 24). In dieser Geschichte sind zwei Jünger unterwegs und begegnen dem auferstandenen Jesus Christus. So weist der Name "Emmaus" darauf hin, dass das Leben als Christ/in und als Gemeinde in Veränderung begriffen ist. In der Emmausgemeinde sind evangelische Christinnen und Christen miteinander - und mit anderen - unterwegs.

 

"Heimat" neu entdecken und gestalten
In der Gartenstadt und den Siedlungen Süd wohnen viele Menschen für einen großen Teil ihrer Lebenszeit. Man kennt sich oft von Kindheit an. Familien leben mit mehreren Generationen nahe beieinander. Heimatgefühle in der Kirchengemeinde machen sich an den beiden Zentren der Gemeinde fest. Traditionen bedeuten den Gemeindegliedern viel.
Die Emmausgemeinde möchte Raum bieten für Glaubenserfahrungen. In ihren verschiedenen Gruppen und Veranstaltungen werden Traditionen gepflegt, es wird aber auch flexibel und offen damit umgegangen. Ältere und jüngere Generationen können in der Gemeinde einander bereichern und Gemeinschaft miteinander haben. So kann Vertrautes im Glauben neu entdeckt werden, und das "Daheimsein" entwickelt sich lebendig weiter.

 

Gastfreundlich sein für Nachbarn und Fremde
Die Emmausgemeinde erstreckt sich in über 4 km Länge von der Bahnunterführung bei Gibitzenhof bis zur Münchener Straße. Wie eine Insel liegt sie zwischen Südfriedhof, und Rangierbahnhof-Gelände und dem "Alten Kanal" und der Südwesttangente. Im Gemeindegebiet gibt es ein reges Leben in Vereinen und Verbänden.
"Emmaus" will eine einladende, gastfreundliche Gemeinde sein. Sie geht auf kirchenfremde und kritische Menschen zu. Sie sucht nach einem kooperativen Verhältnis mit Vereinen und Verbänden. Die ökumenischen Beziehungen zu ihren drei katholischen Partnergemeinden im Stadtteil gestaltet sie bewusst und intensiv. Sie pflegt ihre Kontakte zu den evangelischen Nachbargemeinden, sucht aber auch nach Beziehungen im Rahmen der weltweiten Ökumene. So lebt sie mit der Verheißung, dass Christus auch in Andersdenkenden und Fremden begegnet.

 

Anteil nehmen an Freuden und Leiden
Zur Emmausgemeinde gehören 5.400 Gemeindeglieder. Die meisten Menschen leben in intensiven Bindungen zu ihren Familien und ihren Nachbarn. In den Familien und Gruppen teilt man die Freuden mit anderen, indem man zusammen die verschiedenen Feste feiert. Fast zu allen Häusern gehört ein Garten. Der Südfriedhof ist für viele ein Ort der Trauer, aber auch des Naturerlebens.
Die Glieder der Emmausgemeinde sollen einander ernst nehmen und mit ihren Lebensgeschichten ernstgenommen werden. In Leid und Trauer können sie seelsorgerliche Begleitung finden, in persönlichen Notlagen, im Alter und in Krankheit diakonische Hilfe. Gute Nachbarschaft wird gepflegt. Festliche Gelegenheiten werden in der Gemeinde und ihren Gruppen bewusst wahrgenommen. Die Gruppen wissen voneinander und bilden ein Netzwerk, das viele Menschen Gemeinschaft finden lässt. Sie versuchen, sich für neu Hinzukommende offen zu halten.
Die Erfahrungen der einzelnen Menschen in ihrer Verschiedenheit sollen in der Gemeinde beachtet und geachtet werden. Die Übergangssituationen des Lebens, die sich mit Taufe, Konfirmation, Hochzeit und mit Sterben und Tod verbinden, haben einen hohen Stellenwert. Wir wollen mit neu in den Stadtteil ziehenden Menschen Kontakt aufnehmen und sie zu den Aktivitäten der Gemeinde einladen.

 

Gottes Nähe spüren, verstehen und darauf hinweisen
In der Emmausgemeinde leben überwiegend Arbeiter- und Angestelltenfamilien. Über ein Viertel der Gemeindeglieder ist im Ruhestand, viele schon in hohem Alter. Gleichzeitig ziehen junge Familien zu. Menschen von unterschiedlichem Alter, Vermögen und Bildungsstand fragen nach dem Sinn ihres Lebens und suchen nach religiöser Erfahrung.
Der Name der Emmausgemeinde hebt die Bedeutung des Abendmahls im Gemeindeleben hervor. Bei der Gestaltung der Karwoche, des Osterfestes und anderer kirchlicher Feiertage wird auf das sinnliche Erleben besonderer Wert gelegt. In den Gottesdiensten ist die Ebene sichtbarer Zeichen (Symbole) wichtig. Wer seine Beziehung zu Jesus Christus bewusst begreift, versucht glaubwürdig zu leben und seine Glaubenserfahrungen zu bezeugen und weiterzugeben. Der Grund der Erfahrungen ist die frohe Botschaft vom Auferstandenen.
Leitmotiv ist die Emmausgeschichte im Lukasevangelium: der Auferstandene ist mit uns als Einzelnen und als Gemeinde unterwegs. Die Emmausgemeinde orientiert sich an den traditionellen Arbeitsbereichen der Kirche und füllt sie in aktueller Weise aus.

 
Bekenntnis für Jesus Christus durch Worte und Taten
In unserer Gesellschaft verändert sich ständig die Bindung an Jesus Christus und seine Kirche. Die Mitarbeiter der Emmausgemeinde engagieren sich in Worten und Taten für ihre Gemeinde. Sie sind jederzeit bereit, über ihren Glauben an Jesus Christus und die Gestaltung des Glaubens Auskunft zu geben. Sie laden andere ein, das Leben der Gemeinde wahrzunehmen oder daran teilzuhaben.


Die Gemeinschaft: nach innen vernetzt - nach außen dialogbereit
Zur Emmausgemeinde gehören viele unterschiedliche Gruppen, Arbeitsgruppen, Kreise und einzelne Menschen. Die Kräfte und der Einsatz aller soll sich ergänzen und gegenseitig bestärken. Darum sollen alle Gruppen miteinander bekannt und vernetzt sein, gleichzeitig aber nach außen offen. Spannungen dürfen sein, sollen ausgehalten und fruchtbar gemacht werden. Wir pflegen untereinander einen sachlichen und kritischen Dialog. Auch achten wir darauf, die Arbeit der verschiedenen Gruppen in der Gemeinde gegenseitig wertzuschätzen und zu fördern.


In der Diakonie: nahe bei den Menschen
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Emmausgemeinde wohnen in räumlicher und persönlicher Nähe zu Menschen, die in unterschiedlichen Lebenslagen Förderung oder Hilfe brauchen, z.B. Familien mit kleinen Kindern oder Senioren. Der Diakonieverein der Gemeinde fördert, unterstützt und hilft mit einem vielfältigen Angebot Menschen in unterschiedlichen Altersgruppen und Lebenslagen.


Im Gottesdienst: festlich und lebensnah
Im gottesdienstlichen Bereich ist die Emmausgemeinde durch eine Vielfalt an liturgischen Formen geprägt. Es gibt ein breit gefächertes Angebot an Gottesdiensten für verschiedene Anlässe, Alters- und Zielgruppen. Der Gottesdienst soll die Arbeit in der Gemeinde widerspiegeln und aufnehmen, was die Gemeindemitglieder bewegt.
Wir pflegen gottesdienstliche Traditionen, beschreiten aber auch den Weg neuer Formen der Spiritualität. Damit sind unsere Gottesdienste festlich und lebensnah.